Neben der unmittelbaren Bedeutung für den Patienten mit einer chronischen Bauchspeicheldrüsenerkrankung, der häufig unter dem Vorurteil des Alkoholismus oder des „Selbstverschuldens“ leiden muss, ergibt sich die klinische Bedeutung aus dem Wissen von nun 20 Jahren klinischer Forschung. Dabei konnte gezeigt werden, dass das Pankreaskrebsrisiko für Patienten mit den häufigen PRSS1 Mutationen (N29I und R122H) deutlich erhöht ist und mit dem Lebensalter weiter ansteigt (Kumulatives Risiko bis zum 70 Lebensjahr ca. 40%). Insbesondere diese Patienten profitieren daher von einer engen Anbindung an ein Zentrum, in dem die entsprechende diagnostische und chirurgische Expertise besteht.
Im Pankreaszentrum am St. Josef-Hospital werden Patienten mit vererbbaren Bauchspeicheldrüsenerkrankungen interdisziplinär betreut und ein individueller Diagnostik- und Therapieplan erstellt. Im Falle der Notwendigkeit einer Operation können insbesondere bei hereditärer chronischer Pankreatitis maßgeschneiderte organerhaltende Eingriffe an der Bauchspeicheldrüse durchgeführt werden, mit dem Ziel einen insulinpflichtigen Diabetes mellitus zu verhindern. |